Werbung – Geschichte eines uralten Gewerbes
Im Beitrag “Wie Havanna-Zigarren die Werbung revolutionierten” wurde die Geschichte der Werbung angesprochen. Diesbezüglich etwas recherchiert, erfreuen wir uns einer offensichtlich alten und traditionsreichen Tätigkeit. Planet Wissen schreibt nämlich:
“(…) Legt man die Definition des Brockhaus zugrunde, nach der Werbung “alle Maßnahmen zur Absatzförderung” umfasst, gab es tatsächlich in der Antike schon Werbung. Dazu zählen dann zum Beispiel Marktschreier oder die 2000 Jahre alten Steintafeln semitischer Händler, auf denen sie eine Liste ihrer Waren gemeißelt hatten. (…)”
Sehr detailliert beschreibt übrigens Dr. Tobias Liebert in seiner höchst interessanten “Geschichte der Werbung (Wirtschaftswerbung)” die relevanten Entwicklungen.
Doch zurück zur gerafften Form von Planet Wissen. Dort wird der nächste, grosse Schritt wie folgt zusammengefasst:
“(…) Unserem Verständnis von Werbung kommt es eher entgegen, den Beginn der Werbung auf das 17. Jahrhundert zu datieren. Zwar wurde der Buchdruck schon über 200 Jahre zuvor erfunden, doch konnten die Händler ihre Werbeblätter noch nicht im großen Stil unters Volk bringen – es fehlte ein passendes Medium zur Verbreitung. Das war 1650 mit der ersten Tageszeitung der Welt in Leipzig gefunden. Neben den Werbungen in Zeitungen etablierten sich schnell spezielle Werbezeitungen, in die Händler gegen Bezahlung ihre Waren eintragen konnten. Die so genannten Intelligenzkomptoirs standen unter staatlicher Kontrolle. An jeder Anzeige verdiente der Staat mit. Um die Erträge zu steigern und das Geschäft mit den Anzeigen zu einem Monopol auszubauen, hatte König Friedrich Wilhelm I. die Werbung in Tageszeitungen verboten. Erst als sie 1850 wieder für Tageszeitungen, also den freien Markt, freigegeben wurde, entwickelte sich das facettenreiche Werbesystem, wie wir es heute kennen. (…)”
Und Wikipedia schliesslich schreibt zur jüngeren Geschichte:
“(…) Um 1930 begann ein Paradigmenwechsel (…): vom Verkäufermarkt, in dem der Anbieter dank knappen Warenangebotes weitgehend Konditionen festlegte, zum nachfragedominierten Käufermarkt, in dem nun mehr und mehr der Kunde aus einer reichhaltigen Vielzahl konkurrierender Angebote wählen konnte. Waren deckten nicht nur den originären Bedarf, sondern neben reiner Nutzenerfüllung weitere emotionale Aspekte. Markenprodukte wurden mit der Zeit immer wichtiger.
Der Beginn der ersten Markenstrategien in Deutschland mit Einführung des Backpulvers von Dr. Oetker gilt heute als Geburtsstunde des europäischen Marketings und auch als klassisches Beispiel für eine langfristig angelegte Werbestrategie. Odol und Persil gelten als klassische, massenhaft hergestellte Markenprodukte aus dieser Zeit.
Ab 1950/1960 setzte mit dem Einzug der Selbstbedienungsläden ein weiterer Wandel ein. Das Produkt musste sich von anderen abheben. Die vorherige Bekanntheit eines Produktes durch Werbung wurde wichtiger, um die Aufmerksamkeit des Kunden zu erregen. (…)”
Wie Havanna-Zigarren die Werbung revolutionierten
Es ist heutzutage ja keinesfalls en vogue, über Rauchen oder Tabakwaren zu schreiben. Nun, da eine schöne Zigarre nach einem guten Essen unseres Erachtens eher Kultur- den Verbotscharakter hat, machen wir eine Ausnahme. Und erst recht, weil die Zigarren in der Geschichte der Werbung eine wichtige, innovative Rolle gespielt haben. Wie und warum steht im Cigar Wiki unter “Geschichte der kubanischen Manufakturen” geschrieben:
“(…) zu dieser Zeit war die Habano zu einem Statussymbol überall auf der Welt geworden. Im Jahre 1840 existierten in Havanna 306 Zigarrenmanufakturen. Im Jahre 1855 erreichte die Zahl der exportierten Zigarren die astronomische Zahl von 356,5 Millionen Stück.
Aufgrund der grossen Nachfrage nach Habanos und der überaus grossen Beliebtheit auf dem internationalen Markt tauchten schon nach kurzer Zeit eine Unmenge an Fälschungen auf (…). Man brauchte also eine Möglichkeit, echte Habanos zu kennzeichnen.
Der in Havanna lebende Spanier Ramon Allones war 1845 der erste, der seine Habanos in 25er Kisten packte (…) und diese Kisten mit einer Abbildung versehen liess, die den Kunden über sein Produkt und dessen Herkunft informierten. Er benutzte dafür lithographische Drucke.
Bildquelle: Cigar Wiki
Bei lithographischen Drucken handelt es sich um Abbildungen, die im Steindruckverfahren hergestellt werden. Das Steindruckverfahren, Lithographie genannt, war damals noch ein sehr junges Verfahren, das erst im Jahre 1798 entdeckt worden war. Es eignete sich aber sehr gut zur Vervielfältigung von Schrift und Bild. Mithilfe verschiedenster Materialien wird auf einen Stein eine Abbildung aufgebracht. Diese presst man dann mittels grossen Druckes auf ein Papier. In vielen Bereichen, vor allem zur bildhaften Darstellung, setzte sich dieses Verfahren durch.
Man muss vor allem bedenken, dass damals die Fotografie beispielsweise im Alltag noch nicht Einzug gehalten hatte. Bereits seit Anfang des Jahrhunderts, genauer seit 1822, existierte in Havanna eine Werkstatt für lithographische Drucke. Deren Zahl wuchs in den folgenden Jahren.
Schon nach relativ kurzer Zeit wurden diese einfachen Abbildungen durch Chromolithographien, das heisst farbige Abbildungen ersetzt. Diese sehr aufwändigen, meist mit Gold verzierten Darstellungen sind wahre Kunstwerke. (…)”
enon fête Noël
Mercredi 7 décembre 2011
Départ 15h. Un véritable déluge nous accompagne tout au long de notre route. Ce n’est sans doute pas une coïncidence puis-ce que nous nous rendons dans le nouveau monde apocaliptique présenté par le musée d’ethnographie de Neuchâtel. Aux côtés de Yann Laville (conservateur), les artistes biennois M.S. Bastian et Isabelle L. nous présentent leur travail impressionnant intitulé: «What are you doing after the apocalypse ?»
Suite à cela le team d’enon*communication et ses 2 invités sont conviés à un souper de grande classe concocté par les soins d’Andrea Niederhäuser et son équipe du Tonis à Bienne. Une journée riche en emotions qu’aucun de nos sens n’est prêt d’oublier !









