Frohe Ostern! Mal in Versen.
Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – - -
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen - – -
Ach, das denk ich mir entsetzlich
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.
(Joachim Ringelnatz, 1883–1901; Quelle: Wikisource)
Uralt-Werbung mit weisser Pinguin-Weste
Im Rahmen einer Recherche sind wir auf diese Persil-Werbung aus den 1950er Jahren gestossen. Ob aktuelle Werbekonzepte in gut 50 Jahren als ebenso unzeitgemäss empfunden werden?
(Quelle: YouTube)
Visualisiert: Ein Tag im Internet mit Napoleons Scheitern
Das Internet ist gross und wichtig und bedeutend. Das wissen – oder vermuten – wir alle. Die Visualisierung “A Typical Day in the Internet” von mbaonline zeigt auf eindrückliche Art und Weise, wie gross, wie wichtig und wie bedeutend das Internet tatsächlich ist:
(Quelle: MBA Online)
Visualisierungen sind ein höchst effektives Mittel, um komplexe Zusammenhänge darzustellen und Anreize zu schaffen. Eines der bekanntesten Beispiele für die Kunst der Informationsverdichtung wurde übrigens von Charles Joseph Minard im Jahr 1869 veröffentlicht und zeigt Napoleons Russlandfeldzug mit fünf Ebenen: Geographie, Zeit, Temperaturen, Truppenverluste und Truppenbewegung. Nach schnellem Durchsehen der Skizze (für die Grossansicht ins Bild klicken), können die Grundzüge des Geschehens auch von Laien erklärt werden. Anhand von Textnotizen würde das mit Sicherheit sehr viel länger dauern.
(Bildquelle: York University)
Selbstredend, dass Visualisierungen auch in Werbebelangen eine sehr wichtige Rolle spielen. Für Fragen und Anregungen stehen wir jederzeit und sehr gerne zur Verfügung.
Murmel und miss earth Schweiz
im Centre Bahnhof
Noch bis am Samstag im Centre Bahnhof: Murmelmeisterschaft (für jede) und Glücksbahn
Grosser Schalttag für die Volkswirtschaft
Interkalation, nennt sich das Einschalten eines zusätzlichen Tages laut Wikipedia. Heute geniessen wir mal wieder einen Interkalationstag, respektive einen 29. Februar. Schaltjahre gibt es alle vier Jahre und sind nichts Aussergewöhnliches, könnte man meinen. Welt Online sieht das aber anders und schreibt im Artikel “Was der 29. Februar mit unserem Wohlstand macht“:
“Am 29. Februar wird wieder in die Hände gespuckt – wir steigern das Bruttosozialprodukt. Alle vier Jahre, in jedem Schaltjahr, machen wir nicht nur Überstunden, sondern gleich einen kompletten Übertag.
Um einen guten Viertelprozentpunkt erhält so das Volkseinkommen erhöhten Schub. An dem zusätzlichen Arbeits- und Einkaufstag kommen da schnell mal 1,245 Milliarden Euro zusammen, hat jetzt ein findiger Ökonom errechnet. (…)”
Man sieht: Kleine Kalenderharmonisierungsmassnahme mit grosser Wirkung.
Werbung – Geschichte eines uralten Gewerbes
Im Beitrag “Wie Havanna-Zigarren die Werbung revolutionierten” wurde die Geschichte der Werbung angesprochen. Diesbezüglich etwas recherchiert, erfreuen wir uns einer offensichtlich alten und traditionsreichen Tätigkeit. Planet Wissen schreibt nämlich:
“(…) Legt man die Definition des Brockhaus zugrunde, nach der Werbung “alle Maßnahmen zur Absatzförderung” umfasst, gab es tatsächlich in der Antike schon Werbung. Dazu zählen dann zum Beispiel Marktschreier oder die 2000 Jahre alten Steintafeln semitischer Händler, auf denen sie eine Liste ihrer Waren gemeißelt hatten. (…)”
Sehr detailliert beschreibt übrigens Dr. Tobias Liebert in seiner höchst interessanten “Geschichte der Werbung (Wirtschaftswerbung)” die relevanten Entwicklungen.
Doch zurück zur gerafften Form von Planet Wissen. Dort wird der nächste, grosse Schritt wie folgt zusammengefasst:
“(…) Unserem Verständnis von Werbung kommt es eher entgegen, den Beginn der Werbung auf das 17. Jahrhundert zu datieren. Zwar wurde der Buchdruck schon über 200 Jahre zuvor erfunden, doch konnten die Händler ihre Werbeblätter noch nicht im großen Stil unters Volk bringen – es fehlte ein passendes Medium zur Verbreitung. Das war 1650 mit der ersten Tageszeitung der Welt in Leipzig gefunden. Neben den Werbungen in Zeitungen etablierten sich schnell spezielle Werbezeitungen, in die Händler gegen Bezahlung ihre Waren eintragen konnten. Die so genannten Intelligenzkomptoirs standen unter staatlicher Kontrolle. An jeder Anzeige verdiente der Staat mit. Um die Erträge zu steigern und das Geschäft mit den Anzeigen zu einem Monopol auszubauen, hatte König Friedrich Wilhelm I. die Werbung in Tageszeitungen verboten. Erst als sie 1850 wieder für Tageszeitungen, also den freien Markt, freigegeben wurde, entwickelte sich das facettenreiche Werbesystem, wie wir es heute kennen. (…)”
Und Wikipedia schliesslich schreibt zur jüngeren Geschichte:
“(…) Um 1930 begann ein Paradigmenwechsel (…): vom Verkäufermarkt, in dem der Anbieter dank knappen Warenangebotes weitgehend Konditionen festlegte, zum nachfragedominierten Käufermarkt, in dem nun mehr und mehr der Kunde aus einer reichhaltigen Vielzahl konkurrierender Angebote wählen konnte. Waren deckten nicht nur den originären Bedarf, sondern neben reiner Nutzenerfüllung weitere emotionale Aspekte. Markenprodukte wurden mit der Zeit immer wichtiger.
Der Beginn der ersten Markenstrategien in Deutschland mit Einführung des Backpulvers von Dr. Oetker gilt heute als Geburtsstunde des europäischen Marketings und auch als klassisches Beispiel für eine langfristig angelegte Werbestrategie. Odol und Persil gelten als klassische, massenhaft hergestellte Markenprodukte aus dieser Zeit.
Ab 1950/1960 setzte mit dem Einzug der Selbstbedienungsläden ein weiterer Wandel ein. Das Produkt musste sich von anderen abheben. Die vorherige Bekanntheit eines Produktes durch Werbung wurde wichtiger, um die Aufmerksamkeit des Kunden zu erregen. (…)”
Wie Havanna-Zigarren die Werbung revolutionierten
Es ist heutzutage ja keinesfalls en vogue, über Rauchen oder Tabakwaren zu schreiben. Nun, da eine schöne Zigarre nach einem guten Essen unseres Erachtens eher Kultur- den Verbotscharakter hat, machen wir eine Ausnahme. Und erst recht, weil die Zigarren in der Geschichte der Werbung eine wichtige, innovative Rolle gespielt haben. Wie und warum steht im Cigar Wiki unter “Geschichte der kubanischen Manufakturen” geschrieben:
“(…) zu dieser Zeit war die Habano zu einem Statussymbol überall auf der Welt geworden. Im Jahre 1840 existierten in Havanna 306 Zigarrenmanufakturen. Im Jahre 1855 erreichte die Zahl der exportierten Zigarren die astronomische Zahl von 356,5 Millionen Stück.
Aufgrund der grossen Nachfrage nach Habanos und der überaus grossen Beliebtheit auf dem internationalen Markt tauchten schon nach kurzer Zeit eine Unmenge an Fälschungen auf (…). Man brauchte also eine Möglichkeit, echte Habanos zu kennzeichnen.
Der in Havanna lebende Spanier Ramon Allones war 1845 der erste, der seine Habanos in 25er Kisten packte (…) und diese Kisten mit einer Abbildung versehen liess, die den Kunden über sein Produkt und dessen Herkunft informierten. Er benutzte dafür lithographische Drucke.
Bildquelle: Cigar Wiki
Bei lithographischen Drucken handelt es sich um Abbildungen, die im Steindruckverfahren hergestellt werden. Das Steindruckverfahren, Lithographie genannt, war damals noch ein sehr junges Verfahren, das erst im Jahre 1798 entdeckt worden war. Es eignete sich aber sehr gut zur Vervielfältigung von Schrift und Bild. Mithilfe verschiedenster Materialien wird auf einen Stein eine Abbildung aufgebracht. Diese presst man dann mittels grossen Druckes auf ein Papier. In vielen Bereichen, vor allem zur bildhaften Darstellung, setzte sich dieses Verfahren durch.
Man muss vor allem bedenken, dass damals die Fotografie beispielsweise im Alltag noch nicht Einzug gehalten hatte. Bereits seit Anfang des Jahrhunderts, genauer seit 1822, existierte in Havanna eine Werkstatt für lithographische Drucke. Deren Zahl wuchs in den folgenden Jahren.
Schon nach relativ kurzer Zeit wurden diese einfachen Abbildungen durch Chromolithographien, das heisst farbige Abbildungen ersetzt. Diese sehr aufwändigen, meist mit Gold verzierten Darstellungen sind wahre Kunstwerke. (…)”












